Neujährchen- Nowolětka (Singular) Nowolětki (Plural)
Das sind kleine Gebildbrote aus Salzteig. Aus Mehl, Wasser und Salz wurden früher am Silvesterabend kleine Tiere geformt oder geflochtene Ringe, Zöpfe und Kränze gebacken. Wer noch vom Johannesfest (s.da) Johannes-Kräuter hatte, verarbeitete und knetete auch diese in den Teig. Denn es waren ja schließlich gesunde und glückbringende Kräuter aus dem Sommer. Einige konnten sich auch eine Verzierung der Salzteigfiguren mit weiteren Gewürzen und Ei leisten. Das waren früher nahrhafte, wichtige und teure Lebensmittel.
Ursprünglich war das Neujahrsgebäck wohl ein Geschenk für Kinder, die dies von ihren Paten erhielten. Es sollte sie vor Krankheit, Unglück und Hunger schützen.
Ein Teil des Gebäcks wurde früher am Neujahrstag an die Nutztiere verfüttert, damit es gut gedeihen möge, von Krankheiten verschont bliebe und gut wüchse. Gesundes Vieh war schon immer eine wichtige Lebensgrundlage. Sie sichern ein erträgliches Auskommen und gutes Leben im gesamten Jahr. Die Tiere erhielten artgemäße Gebildbrote: Schaf für Schafe, Vogel für Gänse, Enten und Hühner usw. Das Vieh fraß meist auch alles auf – es ist ja schließlich eine Art „Salzleckstein“.
Es war wohl ebenfalls Brauch, einen Teil der Gebäckreste zu trocknen, zu zerkleinern und mit der Hoffnung auf eine reiche Ernte mit dem Saatgut auf den Feldern zu verteilen.
Überlieferungen schildern einige Bedeutungen von Gebilden mit ihren Symboliken:
Kuh = Milch - Gesundheit, Ring und runder Kranz – endloses Glück, Brezel – genügend Essen, Plon – Reichtum/Wohlstand, Igelfamilie – Familienzusammenhalt, Katze – Weiblichkeit,
Hirsch – Männlichkeit, Herz – Liebe, Freundschaft
Heute lebt der schöne sorbische/wendische Brauch in der Lausitz wieder auf. Es werden glücksbringende Geschenke für die Lieben und auch für Freunde gestaltet und reich verziert.
Gern fertigen auch Kinder in Schulen kleine Glücksbringer an und verschenken diese an die Unterstützer der Schulen.
Übrigens war früher der 06.01. der Neujahrstag. Am „Heiligen Dreikönigstag“ enden auch die Raunächte. Nach den „geistreichen“ Tagen und Nächten begann das neue, gute Jahr am besten mit den Glücksbringern.
1 Tasse Salz (einfaches, weißes)
Aus den Zutaten einen „geschmeidigen“ Teig kneten. Daraus können Tiere geformt werden. Das Ausrollen des Teigs und das Ausstechen mit Formen ist auch eine schöne Idee. Werden Löcher zum Aufhängen benötigt, sollten diese vor dem Backen eingestochen werden. Wer gerne mit Piment- oder Senfkörnern, Nelken und Pfeffer verzieren möchte, kann diese mit Eiweiß auf dem rohen Teig aufkleben. Eine schöne Braunfärbung erhalten die Gebilde durch z.B. punktuelles Bestreichen mit Eigelb.
Empfohlen ist das Ablegen der Gebildbrote auf Backpapier für das Backen und die Lufttrocknung.
Im Herd brauchen die Nowolětki bei 150°Celsius ca. 30-40 Minuten, bis sie fertig sind.
Ohne Ei gestaltete Neujährchen können auch gern auf dem Ofen/Heizung getrocknet werden. Diese brauchen dann unter Umständen je nach Dicke des Teiges mehrere Tage.